EnEV Novelle 2014 – was ändert sich für die Gebäudehülle?

Auftraggeber dieses fachwissenschaftlichen Artikels ist der Gesamtverband Dämmstoffindustrie e.V. GDI.

1.  Hintergrund

Es ist vollbracht! Oder mit den Worten von Dr. Peter Ramsauer (Bundesministerium für  Verkehr,  Bau  und  Stadtentwicklung)  „Wir  können einen  Haken  machen“.  Nach langem  und  zähem  Ringen  um  Details  ist  die  neue  Energieeinsparverordnung  beschlossene  Sache.  Die  novellierte  Fassung  der  EnEV wurde  am  21.  November  im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 1. Mai 2014 in Kraft. Der Weg bis dahin war kein einfacher. Es galt die neu gefasste EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz  von  Gebäuden  umzusetzen  und  die  Energiewende  in  Deutschland  voranzutreiben.  Darüber  hinaus  musste  die  Fortschreibung  der  Verordnung  gegenüber  den aktuellen politischen Geschehnissen zurückstehen – es war schließlich eine Bundestagswahl zu absolvieren.

Was  für  die  Einen  als  abgeschlossen  gilt,  bedeutet für  die  Anderen  eine  neue  Herausforderung.  Die  Akteure  am  Markt  müssen  sich  nun mit  den  geänderten  Inhalten der  Verordnung  auseinandersetzen  und  dem  Regelwerk durch  die  praktische  Anwendung „Leben einhauchen“. Die betroffenen Personen werden sich fragen, welche Konsequenzen sich aus der geänderten Verordnung ergeben. Gerade für die opake Gebäudehülle haben sich einige Anforderungen verändert.

Zugegebenermaßen ist der Inhalt der Novelle ja nicht ganz neu. Der Referentenentwurf zur Verordnung wurde im Vorfeld von den Verbänden und interessierten Kreisen intensiv  diskutiert.  Bereits  im  Entwurfsstadium  blieben  die  Anforderungen  der  Verordnung für Manche unter dem gewünschten Ziel zurück, während für Andere genau das Gegenteil der Fall war und die Änderungen schon viel zu weit gingen. Aber was sind denn nun die tatsächlichen Ergebnisse aus Sicht der Gebäudehülle?

2.  Anforderungen an den Neubau

Ein  eindeutiges  Signal  wird  mit  der  Anhebung  der  Neubauanforderung  gesetzt.  Die Verschärfung  gilt  als  bedeutender  Zwischenschritt  hin  zum  EU-Niedrigstenergiegebäude.  Die  energetische  Anforderung  an  den  Jahres-Primärenergiebedarf  wird    bei neu  zu  errichtenden  Gebäuden  um  durchschnittlich  25 Prozent  angehoben.  Die Wärmedämmung  der  Gebäudehülle  muss  um  20  Prozent  verbessert  werden,  entsprechend kleiner fällt der zulässige Wärmedurchgangskoeffizient aus. Die Änderungen  gelten  allerdings  nicht  sofort  ab  Inkrafttreten der  Verordnung,  sondern  erst  mit Jahresbeginn 2016. Bis dahin bleibt den Akteuren Zeit, schlüssige Konzepte zu entwickeln, z. B. um die Dämmung der Gebäudehülle weiter zu verbessern.

3.  Energieausweis 2.0: Die Einführung von Effizienzklassen

Eine weitgehende Überarbeitung erfährt auch das Thema Energieausweis. Als dieser vor Jahren aus der Taufe gehoben wurde, erhoffte man sich, ein Instrument geschaffen  zu  haben,  das  zur  Selbstregulierung  des  Marktes beiträgt.  Der  Energieausweis sollte Transparenz beim Energiebedarf schaffen und den Vergleich unterschiedlicher Immobilien  ermöglichen.  Infolge  dessen  würde  die  Sanierung  schlecht  gedämmter Gebäude, aufgrund einer ungünstigen Position auf dem Immobilienmarkt, schon von selbst  angekurbelt  –  so  war  zumindest  der  Gedanke. Es  hat  sich  jedoch  herausgestellt, dass der Energieausweis die gewünschte Wirkung noch nicht in vollem Umfang zeigt.  Um  dessen  Position  zu  stärken,  wird  nachgebessert.  Zukünftig  müssen  die energetischen  Kennwerte  eines  Gebäudes  in  den  Immobilienanzeigen  veröffentlicht und  der  Energieausweis  an  den  Käufer  oder  Mieter  eines  Gebäudes  ausgehändigt werden. Zusätzlich wird die Aushangpflicht ausgeweitet, um den Ausweis bekannter zu machen.

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